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Fr├╝hling. Novelle

Fr├╝hling. Novelle
Autor: Thomas Lehr
Verlag: Aufbau-Verlag
Gebundene Ausgabe
Auflage: 2
Seiten: 142
ISBN-10: 3-351-02917-9
ISBN-13: 978-3-351-02917-3
ISBN: 3351029179
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Nachdem Thomas Lehr bereits f├╝r sein Deb├╝t Zweiwasser oder Die Bibliothek der Gnade den Rauriser Literaturpreis (Beste deutschsprachige Prosa-Erstver├Âffentlichung) erhielt und auch seine beiden anderen Romane, Nabokovs Katze und Die Erh├Ârung, lobende Kritiken ernteten, wendet er sich nun mit Fr├╝hling einem anderen Genre zu: der Novelle. Ein wichtiges (inhaltliches) Charakteristikum der Gattung Novelle ist nach Goethe die Tatsache, dass sie ein "unerh├Ârtes Ereignis" schildere; auf einer formalen Ebene besticht sie allem voran durch eine stilisierte, strenge Form. Wie geht Lehr nun in seiner Novelle eines -- so viel sei vorweg genommen -- deutschen Traumas mit dieser klassischen Tradition um?

Das Buch beginnt mit einem doppelten Suizid: Christian und seine Geliebte Gucia erschie├čen sich -- doch bis der Tod des Protagonisten eintreten wird, dauert es noch 39 Sekunden. Diese 39 Sekunden finden ihren Niederschlag in 39 Kapiteln, r├╝ckw├Ąrts gez├Ąhlt, und lesen sich zun├Ąchst wie ein wild assoziativer Strom aus Erinnerungen an zentrale Lebensereignisse, die in diesem Zwischenreich von Leben und Tod wie ein kurzer Film nochmals vor seine Augen treten. Die Stakkato-Worte sind trunken, die S├Ątze zerhackt und auch die Interpunktion bietet dem Leser keinen Halt, folgt sie schlie├člich keinen (erkennbaren, vielleicht rhythmischen?) Regeln. An zentraler Stelle dieses atemlosen, den Leser v├Âllig in seinen Sog ziehenden Monologs, pl├Âtzlich ein "unerh├Ârtes Ereignis", ein geradezu traumatisches Erlebnis, um das alles zu kreisen scheint: Es ist ein Sommertag im elterlichen Garten. Christian ist mit seinem Bruder Robert vom Angeln zur├╝ckgekehrt, als sie einen (vermeintlich irren) Exhibitionisten vor der eigenen T├╝r sehen. Die Polizei wird gerufen und sorgt f├╝r dessen Entfernung. Robert jedoch wei├č, dass der Vater Arzt im Konzentrationslager von Dachau war und gerade von einem seiner Opfer besucht wurde -- ein Wissen, das Robert drei Jahre sp├Ąter in den Selbstmord treiben sollte, in einen Suizid, auf den Christian noch Jahrzehnte wartete, ihn nun vor den Augen des Lesers vollzieht und endlich -- durch permanente Verdr├Ąngung -- das Ausma├č seiner Lebensl├╝ge erkennen kann.

Der Leser selbst kann sich dieser Sterbeszene nicht entziehen: All die Schilderungen eines von Verdr├Ąngungen und Verletzungen gezeichneten Lebens sind in eine Sprache transferiert, die konsequent die Syntax der S├Ątze zersplittert, ja mit all ihren Normen zu brechen scheint: Die Bilder driften zusehends ins Apokalyptische ab und offenbaren eine deutsche Trag├Âdie in einer deutschen Novelle von gro├čem (sprach-)experimentellen Ausma├č. --Kristina Nenninger
Quelle:




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