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Ihm in die Augen sehen: 80 Tage in der Gewalt von Marc Dutroux

Ihm in die Augen sehen: 80 Tage in der Gewalt von Marc Dutroux
Autor: Sabine Dardenne
Verlag: Knaur TB
Taschenbuch
Auflage:
Seiten: 272
ISBN-10: 3-426-77847-5
ISBN-13: 978-3-426-77847-0
ISBN: 3426778475
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„Ich war zwölf, nahm mein Fahrrad und machte mich auf den Weg zur Schule. Ich heiße Sabine. Ich wohnte in einem belgischen Dorf, und auf dem Weg zur Schule bin ich verschwunden“. – So rĂŒhrend lapidar beginnt der Bericht ĂŒber ein Martyrium. Am 28. Mai 1996 wurde Sabine Dardenne entfĂŒhrt und gefangen gehalten von dem Mann, den sie in ihrem Buch nur als „Monster“ oder „Dreckskerl“ tituliert. Bis zu ihrer Befreiung befand Sabine sich achtzig Tage in den FĂ€ngen des belgischen KinderschĂ€nders und MĂ€dchenmörders Marc Dutroux. Acht Jahre spĂ€ter wirft sie einen erschĂŒtternden Blick zurĂŒck.

Der Schrecken begann in Gestalt zweier MĂ€nner in einem schĂ€bigen Lieferwagen, die sie von ihrem Rad rissen und unter Drogen setzten. WĂ€hrend in ganz Belgien die Fahndung anrollt, beginnt Sabines Albtraum: Angekettet im dunklen Verlies, die modrige Matratze, Dutroux‘ verlogene Lösegeldstory, verzweifelte Briefe an die Eltern, die nie abgesandt werden, die gierigen HĂ€nde des Mannes mit den fettigen Haaren, die Nacktfotos. Schließlich die Vergewaltigungen (man ist dankbar fĂŒr das Ausblenden der fĂŒrchterlichsten Details). 173 Seiten eines grauenhaften Protokolls zerren an den Nerven.

Dann die Befreiung. Auf DrĂ€ngen Sabines nach einer „GefĂ€hrtin“, entfĂŒhrt Dutroux Laetitia Delhez. Doch nun ist die Polizei auf der Spur des Mannes, der wegen „guter FĂŒhrung“ vorzeitig entlassen wurde. Nach der Rettung bleiben SchuldgefĂŒhle gegenĂŒber Laetitia und Scham gegenĂŒber den Eltern. Sabine lehnt Therapieangebote ab. Ihr simples, aber pragmatisches Rezept: Das Vergangene wird ausgeblendet. Der Selbstheilungsprozess beginnt.

Man mag es VerdrĂ€ngung nennen, es funktioniert...bis zum letzten, schwersten Gang: Das Wiedersehen mit dem Peiniger und seinen Helfershelfern vor Gericht. Doch auch in dieser Extremsituation zeigt Sabine Standfestigkeit. Die ungewohnte Gerichtssituation irritiert mehr, als der Blick in Dutroux‘ Augen. Die Bitte um Verzeihung, geĂ€ußert von seiner Frau, verweigert Sabine. Zu groß ist der Hass. Eine Reaktion, die nach all den widerfahrenen Ungeheuerlichkeiten nur zu verstĂ€ndlich ist. Dutroux‘ Verbrechen ließen die gesamte belgische Nation bis in ihre Grundfesten erbeben. Sabine Dardennes mutige Erinnerungen fassen den Horror nachtrĂ€glich in grausige Bilder. –Ravi Unger
Quelle: Amazon.de




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